Gustaf, Ich und der Rest der Welt


Gustaf versaut mir mein Steak
Juli 18, 2008, 8:56 Uhr nachmittags
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Mit Gustaf im Einkaufszentrum gewesen. Während die Mutter beim dm einkauft, denke ich "Super, nimmste den Gustaf im Kinderwagen mit und holst dir n´ordentliches Steak für den Freitag abend". Rein in den Famila, wir kommen bis zum Knabbergebäck und los geht´s. Da die Schreierei nicht aufhört, nix wie raus. Sind´s die Lichter? Die Durchsagen? Oder doch der Bauch? Whatever. Also durch die Kasse links raus. Kaum draußen. Gustaf pennt. Tief. Wieder zum Eingang. Ich will ein Steak. Dieses Mal reicht´s bis zur Fleischtheke. 2 safteige Steaks in der Hand. Gustaf schreit. Wild. Laut. Wirklich laut. Ich laufe den Wagen schunkelnd durch diverse Gänge rauf und runter. Tütensuppen, Senf. Hilft nix. Ich werfe die Steaks beim Raushetzen ins Kühlregal zur Frischmilch. Dieses Mal die Schnellkasse ganz rechts. Aha. Gustaf schläft. Tief. Heute halt kein Steak.



Lobet den VRN
Juli 18, 2008, 8:50 Uhr nachmittags
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Wie versprochen ;)



Badetag
Juli 17, 2008, 9:43 Uhr nachmittags
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Sonntag ist Badetag. Badetag ist Wohlfühltag. Wir haben leider keine Badewanne, aber Gustaf soll darunter natürlich nicht leiden! Dank seiner Tante Nadine hat er seine eigene kleine Badewanne, einen Tummy Tub. Also Wasser warm gemacht (ca. 37 Grad), Tummy Tub ins Schlafzimmer, Handtuch aufs Bett, Gustaf nackig gemacht. Bevor er eintauchen darf, wird er mit Calendulaöl eingerieben und massiert, was ihm extrem zu gefallen scheint. Ins Badewasser noch ein Schuss davon, alternativ haushaltübliches Olivenöl, und dann unter den Achseln fassen und langsam die Wanne mit dem Kleinen. Köpfchen schön festhalten. Er relaxt, strampelt gemütlich mit den Beinen und schaut ganz zufrieden aus. Sehr lange hält er es aber nicht aus. Nach 5 Minuten wird er doch ganz schön quengelig. Next Step: Vater T-Shirt ausziehen, kleinen Mann direkt auf die Brust, zusammen aufs Bett und schön zugedeckt bis über den Kopf mit Handtuch und Decke gemeinsam für 20-30 min ausruhen. Gustaf schläft nach 10 Sekunden. So hat auch der Vater was davon, weil auch er wunderbar relaxen kann. Und was bitte will man mehr als den Herzschlag des eigenen Sohnes an seiner Brust?!



On the road II - Strassenbahnbeobachtungen
Juli 11, 2008, 9:37 Uhr nachmittags
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Kleiner Nachtrag zu meinen ersten Ausflugserlebnissen. Allmählich achtet man ja auf ganz andere Dinge im Alltag, z.B. die Architektur der Straßenbahnhaltestellen. Lobenswert ist hier in Heidelberg in diesem Kontext, dass einige Haltestellen inzwischen so gebaut sind, dass man (fast) ebenerdig in die Bahnen einsteigen kann, für Kinderwägen ideal. Vor allem angesichts der Tatsache, dass man selbst im freundlichen Heidelberg des öfteren nicht geholfen wird beim Einsteigen. Aber auf die pfeife ich ja jetzt sowieso mit meinen tollen Haltestellen. Jetzt muss der VRN (Verkehrverbund Rhein Neckar) nur noch die alten, hohen und sowieso klapprigen Bahnen ausmustern und voll und ganz auf die modernen Niederflurbahnen setzen. Ist zwar schön nostalgisch und gemütlich mit den alten Dingern, aber leider nicht kindergerecht, von alten Menschen ganz zu schweigen. OK, Herr Würzner?

PS: Morgen gibt´s die entsprechenden Bilder



On the road - das erste Mal mit Gustaf alleine unterwegs
Juli 9, 2008, 12:26 Uhr vormittags
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Heute war es an der Zeit, Anja mal etwas Ruhe zu gönnen. Um kurz vor 12 mache ich mich also mit dem Kinderwagen auf den Weg. Nach anfänglichen Handling-Problemen kann ich inzwischen blind mit dem Hartan Racer hantieren. Nach 100m ist Gustaf im Reich der Träume und ich nass. Der Regen hält mich aber nicht davon ab, meinen ehrgeizigen Plan zu verfolgen, mit der StraBa in die Stadt zu fahren. Ich will schliesslich mal ausprobieren, wie es so ist, allein als Vater mit dem Kinderwagen die herrlichen Heidelberger Cafés zu besetzen. Also, auf in die 23 Richtung Bismarckplatz. Nach einem Abstecher zur Bank und zum Handelshof, landen Gustaf und ich in einer spanischen Bar/Café. Ich trinke Kaffee und lese gemütlich die Sueddeutsche. Auf dem Rückweg noch ein Abstecher in den Supermarkt. Nach fast 2 Stunden ist der erste Ausflug ganz alleine vorbei. Ich hätte noch stundenlang mit Gustaf in seinem Wägelchen rumlaufen können. Ein kleiner Vorgeschmack auf meine Elternzeit Anfang nächstes Jahr. Fazit: ich kann beruhigt mit Gustaf alleine losziehen, (von Frauen aller Alterklassen) rührend angeschaut worden, überall auf Rücksicht gestoßen, nett wars. Morgen ist mein letzter Urlaubstag, schade!



So, jetzt isser da: Gustaf
Juli 7, 2008, 7:43 Uhr nachmittags
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Nachdem es hier ruhig, na ja, sehr ruhig geworden ist, gibt es heute ein Lebenszeichen vom Dad. Das Warten hat sich gelohnt: am 14.Juni 2008 um 15.05 Uhr kam unser Sohn Gustaf zur Welt. Die ersten 3 Wochen hat der kleine Mann hauptsächlich mit Schlaf und viel Trinken verbracht. Seit letzte Woche hat er entdeckt, dass man durch regelmäßiges, ununterbrochenes Schreien, für das es scheinbar keine Erklärung gibt, seine Eltern sehr schön beschäftigen kann. Nun ja, ich will ab jetzt etwas disziplinierter sein und regelmäßig berichten, was unser kleines Fleischküchle so mit uns treibt. Bisher hat sich jedenfalls zu 100% bewahrheitet, was Mann so gesagt bekommt: so ein Baby verändert komplett alles! Und wisst ihr was? Ich freu mich drauf!



Run, dad, run
Januar 29, 2008, 9:59 Uhr nachmittags
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Da ich früh morgens nicht zurechnungsfähig bin, sollte man mich vor 10 Uhr beim besten Willen nicht fragen, ob ich denn im April den Heidelberger Halbmarathon mitlaufe. Der Kollege Imminger hat es trotzdem getan und in geistiger Umnachtung hat The Dad zugesagt. Herzlichen Glückwunsch. Der Hormonhaushalt ist jetzt anscheinend komplett durchgeknallt und bringt mich dazu, ungeheuerliche Dinge abzunicken. Eine andere Kollegin hat angeblich gesagt, The Dad wäre in letzter Zeit viel weicher geworden. Damit ist jetzt Schluß. Ich spekuliere darauf, dass dieselben durchgeknallten Hormone mir ab jetzt das Wörtchen Disziplin mindestens 10mal am Tag ins Ohr flüstern, denn Disziplin ist ab jetzt nötig. Training beginnt morgen früh (vielleicht). Bei genauerem Nachdenken habe ich mir sogar gedacht: toll, endlich mal wieder etwas Bewegung. Ist ja sowieso langweilig, 10 Stunden nur auf einem Bürostuhl sitzen. Super. Man sollte sich ja ab und an mal neue Herausforderungen suchen. Am Abend gleich mal die Pulsmessuhr rausgekramt, die ich in einem Anflug von Wahn vor 1 1/2 Jahren gekauft habe, inklusive superber New Balance Laufschuhe. Batterie leer. Toll. Schuhe wie neu. Whatever, Tag und Stunde stehen fest. Am 27. April werde ich ins Ziel kommen. Tchaka!



Kochen mit Indiemusik - Folge 1
Januar 25, 2008, 1:05 Uhr nachmittags
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Die neueste Technik macht es möglich, den Dad beim Kochen in Aktion zu erleben. Vorgestern gab es Lamm aus dem Ofen- Südpazifikart. Zugegebenermaßen ist das einzig halbwegs südpazifische daran die Süßkartoffel. Und noch zugegebenerermaßen stammt dieselbige laut Real-Gemüseabteilung aus Brasilien. Ist aber egal. Inspiriert durch ein wunderschönes Konzert am Dienstag abend, dachte ich, dass man beim Kochen doch auch gleich Musik mitempfehlen könnte.

Hier also die erste Folge aus der neuen Reihe: Kochen mit Indiemusik. Regionale und internationale Künstler sollen hier regelmäßig den kulinarischen Soundtrack zu herzhaften und exotischen Gerichten zu liefern. Dieses Mal bei Kochen mit Indiemusik:

Blind Terry
As You Know
Memphis Bitch
The Audience
The Apart

Und hier die Zutaten für: “Lamm aus dem Ofen - Südpazifikart”:
1 Packung Lammsteaks (300-400g)
1/2 Süßkartofel
4 Zehen Knoblauch
ca.50 ml Olivenöl
Thymian gerebelt
Rosmarin gemahlen oder frisch
1 Tasse Wasser
1 Dose chinesische Stangenbohnen
1/2 mittelgroße Zwiebel

Und wie´s geht? Watch this!



Andere Blicke
Nachdem Arbeit und Sozialstress mich auf Trab gehalten haben, endlich mal wieder ein Eintrag. So, 3 Kinderkrippen sind schon besichtigt. The Dad bei zweien dabei gewesen und eine interessante Erfahrung gemacht, nämlich die unglaubliche Wandlung der Wahrnehmung in der Vaterschaft. Man achtet auf die seltsamsten Sachen in dieser neuen Situation. Hat man erst mal nach einem netten Rundgang auf den kleinen Stühlchen Platz genommen, beginnt der ernste Teil des Besuchs. Bevor man sich auf die in Heidelberg allseits bekannte Warteliste eintragen lässt, steht ein Gespräch mit dem CEO der Krippe an. Ernste Themen: Tagesablauf, Routinen, Erziehungskonzepte, habe die Kleinen genug Auslauf? Mir wird klar, dass auch Kinder Business sind und zu Business gehören Verträge. So einer liegt jetzt vor mir und die CEO, Anja, Ruth und Rusanna (unsere werten ebenfalls schwangeren Kollegen) gehen Seite für Seite durch. Auf Seite 5: Einverständniserklärung zur Fotografie des Kleinkindes. Was man heute alles beachten muss als Betreiber einer Krippe. Der Vertrag, der jetzt vor mir liegt intressiert mich erst mal gar nicht, weil der Blick des Dads anfängt zu erkunden. Und ich bin von mir selber überrascht. Aus Pimpfperspektive gleitet der Blick durch den Raum.
Zuerst fällt er auf die kleinen Bildchen an der Wand, wo die Racker/innen mit Namen vorgestellt werden. Man versichert sich, dass möglichst keine Stefane, Mandys, Sandys oder Jochens auftauchen, sondern Alnaturagerechte Ophelias, Maxen, Jakobs oder Gustavs da hängen (nein, mir ist es egal ob es ein Junge wird..). Der nächste Blick geht aus dem Fenster. Oh je, da ist eine zweispurige Strasse. Nicht gut. Können 2 Erzieherinnen dafür sorgen, dass ein 1-3 jähriger nicht einen eifrigen Spurt dorthin legt? Oder die Treppe. Aus dunklem Metall. Verletzungsgefahr an den Kanten exponentiell. Auch nicht gut. Und überhaupt, gibt es hier einen Garten für Auslauf? Dann schweift mein Blick auf Einrichtung, Wanddekoration, Spielzeug. Puristisch oder vollgestopft. Heimelig oder kühl. Holz oder Plastik. Ich stehe ja auf heimelig, leicht verkramt, aber eben bewohnt. Aber dann ist das vielleicht auch zu viel visuelle Ablenkung für die ohnehin überforderten Kindersinne, sagt die Kinderkrippen-CEO. Ein Hoffnungsschimmer. Biomüsli auf der Küchenzeile, aber O-Saft vom Aldi. Oh je. Ich bin verwirrt. Die Spannung steigt. Preisliste liegt bei. Ach herrje, über 700€ für die 5-Tage-8h-Option, Essen exklusive, Windeln und Getränke bitte mitbringen. Willkommen in Heidelberg.
Nach drei Besichtigungen sind wir zuversichtlich, dass Deutschland auf dem richtigen weg ist, bei der Zukunft der Kleinkinderbetreuung avantgardistische Wege zu beschreiten. Avantgardistisch sind selbstverständlich vor allem die Kosten. Dann lieber bilingual für 500€.
Rückblick: Sonntag abend. Noch ein anderer Blick als ich den Tag Revue passieren lasse. Im Mannheimer Zephyr tolle Ausstellung gesehen. Spurensuche-Polizeifotografie Mannheim 1946-1971 (http://www.zephyr-mannheim.de). Tolle Ausstellung, in der anscheinend objektive Fotografie zu Zeitgeschichte wird. Besonders sehenswert: die Dokumentation Mannheimer “Elendsquartiere” nach dem 2.Weltkrieg. Nach ausführlichem Kaffeetrinken im StarCoffee hat das japanische Messer wieder wertvolle Dienste erwiesen. Ein letzter anderer Blick, mein blutender linker Zeigefinger, der beim Paprikaschneiden im Weg war. Die Lasagne hat hervorragend gemundet. Merken: beim nächsten Mal den Spinat ein mal mehr waschen, sehr..körnig. The Dad.
Spinatlasagne


Das Volksfahrrad - ein skurriler Traum
Januar 15, 2008, 9:57 Uhr nachmittags
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Beim Mittagessen haben wir mit Ruth über Autos geredet. Wenn man ein Kind hat, braucht man ein Auto. Fürs Einkaufen, um Oma und Opa zu besuchen, im Notfall schneller im Krankenhaus zu sein. Oder brauch man vielleicht doch keines, weil man durch den Racker gar nicht mehr aus dem Haus kommt? Wie in den Medien berichtet, bringt der indische Autohersteller Tato ein Auto für schlappe 1730€ auf den Markt. Eine Revolution für die Mobilitätsmöglichkeiten der prosperierenden indischen Mittelschicht. Die Süddeutsche Zeitung spricht gar vom indischen Volksauto. Ich jedenfalls hatte gestern einen seltsamen Traum.

Ich befinde mich in einem Baumarkt. Der Baumarkt ist überfüllt. Voll mit gierigen Kunden, die nur auf eines wollen: das 15€-Volksfahrrad, ein Qualitätsprodukt aus chinesischer Herstellung, 1-Gang-Betrieb, erhältlich in blau und rot. Wie besessen renne ich durch den Markt. Ich will ein blaues Volksfahrrad. Und ich habe Glück. Ich ergattere ein himmelblaues Herrenvolksfahrrad, dann endet der Traum auch schon.

Wie würde Kollege Freud dies deuten? Steigt dem Guten Mann die Zeitungslektüre zu Kopf? Hat er Angst davor, sich anstatt des Familienautos nur ein Familienfahrrad leisten zu können? Sind es gar die Ausbeutungsmechanismen der neuen globalen Produktionsbedingungen, die den Dad beschäftigen?

Alles Quatsch mit Soße. Dieser Traum sollte mich nur zu einem bewegen: einer ausführlichen 1-minütigen Internetrecherche. Traummanipuliert durch die deutsche Fahrradherstellerlobby soll The Dad konsumieren. Denn das alles war kein Traum. Hier ist es: DAS VOLKSFAHRRAD. Ist das etwa Regina Halmich?

volksfahrrad.jpg