Beim Mittagessen haben wir mit Ruth über Autos geredet. Wenn man ein Kind hat, braucht man ein Auto. Fürs Einkaufen, um Oma und Opa zu besuchen, im Notfall schneller im Krankenhaus zu sein. Oder brauch man vielleicht doch keines, weil man durch den Racker gar nicht mehr aus dem Haus kommt? Wie in den Medien berichtet, bringt der indische Autohersteller Tato ein Auto für schlappe 1730€ auf den Markt. Eine Revolution für die Mobilitätsmöglichkeiten der prosperierenden indischen Mittelschicht. Die Süddeutsche Zeitung spricht gar vom indischen Volksauto. Ich jedenfalls hatte gestern einen seltsamen Traum.
Ich befinde mich in einem Baumarkt. Der Baumarkt ist überfüllt. Voll mit gierigen Kunden, die nur auf eines wollen: das 15€-Volksfahrrad, ein Qualitätsprodukt aus chinesischer Herstellung, 1-Gang-Betrieb, erhältlich in blau und rot. Wie besessen renne ich durch den Markt. Ich will ein blaues Volksfahrrad. Und ich habe Glück. Ich ergattere ein himmelblaues Herrenvolksfahrrad, dann endet der Traum auch schon.
Wie würde Kollege Freud dies deuten? Steigt dem Guten Mann die Zeitungslektüre zu Kopf? Hat er Angst davor, sich anstatt des Familienautos nur ein Familienfahrrad leisten zu können? Sind es gar die Ausbeutungsmechanismen der neuen globalen Produktionsbedingungen, die den Dad beschäftigen?
Alles Quatsch mit Soße. Dieser Traum sollte mich nur zu einem bewegen: einer ausführlichen 1-minütigen Internetrecherche. Traummanipuliert durch die deutsche Fahrradherstellerlobby soll The Dad konsumieren. Denn das alles war kein Traum. Hier ist es: DAS VOLKSFAHRRAD. Ist das etwa Regina Halmich?
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Tags: Auto, Familienauto, Familienkutsche, Globalisierung, Indien, Mobilität, Tato, Volksfahrrad, Volkswagen

Hallo DAD!
Sag mal hast du da auf dem Bild mit der Regina Halmich nachgeholfen???
Sorry, dass ich dich auf den Boden der Realität zurückgeholt habe. Der ist nun mal hart und steinig